Welche Mengen am Rechen?

Die Ausbeute des Floz, der Triftholzmenge eines Jahres, variierte von Jahr zu Jahr. Die Menge hing von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von den Witterungsverhältnissen im Jahresverlauf, der Wasserführung der Frutz, aber auch stark von der wirtschaftlichen Lage. So landeten zum Beispiel 1926 nach massivem Windwurf im Jahr zuvor etwa 6400 Raummeter Holz am Rechen beim Muntliger Steg, 1929, nach der Weltwirtschaftskrise, waren es nur etwa 1000 Raummeter.

Wann wurde geflözt

Da die Frutz für das Flözen genügend Wasser führen musste, war man zeitlich an den Frühling und das damit verbundene Schmelzwasser gebunden. Denn nur durch das Schmelzwasser war eine konstante Wasserführung von 20 bis 30 Kubikmeter pro Sekunde gewährleistet. Das entspricht etwa dem Zehnfachen der durchschnittlich im Jahr transportierten Wassermenge. Diese Bedingungen stellen sich am ehesten dann ein, wenn die Schneeschmelze im Laternsertal auf Hochtouren läuft und die Nachttemperaturen auch im Gebirge nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen.

 

Allerdings wurde nicht nur auf die Schmelzwassermenge geachtet, sondern auch auf die Mondphase. Obwohl der Mond gut 384.000 Kilometer von der Erde entfernt ist, hat er doch enorme Auswirkungen auf unsere Erde. Auch die Flözer kannten den Einfluss des Mondes auf das Geschiebe im Bach. Bei über sich gehendem Mond wird viel weniger Geschiebe transportiert als bei unter sich gehendem. Daher fanden die Flözer bei über sich gehendem Mond einen besseren Stand im Wasser, was für sie lebensrettend sein konnte. Der unter sich gehende Mond hatte dafür den Vorteil, dass er Holz, das im Geschiebe steckengeblieben und eingesandet war, wieder freigab. Dies geschah aber mitunter erst nach Jahren.