Baumaterial

Triftholz war auch als Bauholz sehr begehrt. Dies zeigt unter anderem die Menge an Holz, die für die Errichtung des landwirtschaftlichen Anwesens und des Stallgebäudes allein der Familie Frick (Geschwister Michael, Anton und Maria) in der Alemannenstraße 23 benötigt wurde. Für das Anwesen wurden rund 53 Raummeter und für das Stallgebäude 18 Raummeter Holz verwendet.

Hauen/Müsel

Das Holz wurde in unterschiedlichen Längen für seine Reise durch die Frutz zugeschnitten. Die ein Meter langen Stämme wurden „Müsel“ genannt, die 2,20 Meter langen hießen „Haua“. Die Länge von 2,20 Meter war nicht willkürlich festgelegt, sondern entsprach der Höhe eines Türstocks. Längere Stücke hätten an den Engstellen, wie etwa in der Üble Schlucht, für große Probleme gesorgt und wären auf ihrem Weg flussabwärts stecken geblieben.

Heizmaterial

Ein Floz von 3000 Raummetern, die durchschnittliche Triftholzmenge eines Jahres, entsprach um 1900 in etwa dem Jahresbedarf an Holz für Heizen und Kochen von ca. 2000 Einwohnern. Um die Jahrhundertwende hatte Rankweil rund 4000 Einwohner. Das bedeutet, die 3000 Raummeter entsprachen hat einer 50-prozentigen Energieautonomie Rankweils. Dies zeigt recht eindrücklich, welchen Stellenwert die Trift auch hinsichtlich der Energieversorgung der Rankweiler Bevölkerung hatte.

Handwerk

Triftholz war für die verschiedensten Gewerke von enormer Bedeutung. So fand Triftholz etwa im Werkzeugbau vielfältige Verwendung. Sei es für Rechen oder Stiele für diverse Handwerkzeuge oder für Gestelle zum Trocknen von Heu, sogenannte Heinzen. Zudem wurde aus Triftholz Schindeln und Zaunholz gefertigt. Sogar im Weinbau wurde es verwendet. Je nach Verwendungszweck kam Holz unterschiedlichster Qualität zum Einsatz.

Gewinnung von Holzkohle

Die Herstellung von Holzkohle, die sogenannte Köhlerei, hat in Rankweil eine lange Tradition. Holzkohle war früher für viele Gewerke als Energielieferant von enormer Bedeutung. Die Köhlerei wurde aufgrund der Geruchsentwicklung traditionell an den Siedlungsrändern verortet. In Rankweil standen die Holzkohlemeiler in unmittelbarer Nähe zur Rechenanlage. Noch heute zeugen Straßennamen wie die Köhlerstraße oder Hausnamen wie „Kohlferdis“ von der ehemaligen Köhlerei im Ort.