Geologie Laternsertal

Aus den Tiefen des Ozeans auf die Berggipfel

Die Gesteine, die wir heute auf den Berggipfeln im Laternsertal sehen können, sind vor 94 bis 70 Millionen Jahren im Ozean in tausenden Metern Tiefe entstanden. Über für uns unvorstellbar lange Zeiträume wurden die Gesteine durch die Bewegungen der Erdkruste, in diesem Fall der europäischen und der afrikanischen Platte, in die Höhe geschoben. Ein Teil der afrikanischen Kruste löste sich und wanderte in Richtung Norden, woraufhin der Ozean zwischen Europa und Afrika verschwand. Der Ozeanboden wurde dabei übereinander gefaltet und auch über die europäische Platte geschoben. In der intensivsten Phase der Alpenbildung vor ca. 35 Millionen Jahren „wuchsen“ unsere Berge um ca. 5 Millimeter pro Jahr.

Geologische Zonen

Bei der Triftanlage in Rankweil stößt man auf verschiedene Gesteinsarten. Sie stammen aus zwei unterschiedlichen geologischen Zonen, dem Helvetikum und dem Flysch. Die Felswände rechts und links der Frutz gehören zum Helvetikum. Diese Gesteine bestehen aus Kalk-, Mergel- und Sandsteinen und sind über 100 Millionen Jahre alt. Sie wurden noch bevor die Alpen entstanden in einem flachen Meeresbereich am Südrand unseres Kontinents gebildet. Da sich diese Gesteine vor langer Zeit am Meeresgrund befunden haben, sind darin zahlreiche Fossilien eingelagert, wie zum Beispiel in der sogenannten Garschella Formation. Bei den Überresten von Lebewesen handelt es sich um Kopffüßer, Muscheln und Stachelhäuter.

Die Gesteine der Flyschzone sind etwas jünger. Sie entstanden vor 94 bis 70 Millionen Jahren im Ozean in bis zu 3000 Metern Tiefe. Sie bestehen aus Sand, Ton und Kalk, die alle von der afrikanischen Platte stammen. Teile des damaligen Kontinentalhangs rutschten immer wieder in die Tiefe. Darauf sammelten sich Tonschichten, bis der nächste Teil abbrach und sich darüber legte. So haben sich zum Beispiel die charakteristischen, 10 bis 15 Zentimeter dicken Kalke der Piesenkopf-Formation im oberen Einzugsgebiet der Frutz gebildet. Da die Frutz in ihrer Quellregion hauptsächlich durch die Flyschzone fließt, sind Gesteine aus dieser Zone auch hier in Rankweil zu finden.

Verewendungszwecke

Kies und Sand sind vor allem in der Baubranche vielseitig verwendbar. Das wussten auch die Rankler schon früh und begannen, den gratis mitgelieferten Sand, das Kies und das Geröll zu gewinnen. Der Sand wurde als Bausand für Mörtel, die Steine für Kies oder Beton verwendet. Die großen Steine wurden über eine eigene Rollbahn einer Schotterbrechanlage zugeführt, von der sie weiter bearbeitet wurden.

Teufelsfinger und Donnerkeile

Früher konnten sich die Menschen die seltsamen versteinerten Strukturen nicht wirklich erklären. Sie wurden daher oft als Teufelswerk abgestempelt, woher wohl auch ihr Name Teufelsfinger stammt. Besser bekannt sind sie aber als Donnerkeile. Eigentlich handelt es sich bei den Versteinerungen um Kopffüßer, die wie die heutigen Kalmare 10 Fangarme hatten. Ihr wissenschaftlicher Name ist Belemniten. Gelebt haben sie schon vor 358 Millionen Jahren, sie sind allerdings zusammen mit den Dinosauriern vor etwa 66 Millionen Jahren ausgestorben.